Rainer Lorey, Inhaber von Lorey-Maschinenbau in Offenbach kann darüber nur schmunzeln. Das Unternehmen hat schon viele dieser "Initiativen" der Industrie in den zahlreichen (und bislang ergebnislosen) "Feldversuchen" verschwinden sehen. Daher geht er beim Thema E-Antrieb eigene Wege. Gebrauchtes Auto her, Kraftstoffantrieb raus, E-Antrieb rein.
Alt sollen sie sein
Was sich hier ganz einfach liest, ist in der Praxis handwerkliche Anpassungsarbeit. Natürlich gibt es Autobesitzer, die in ihr automobiles Schätzchen Eigenleistung einbringen wollen - aber da gibt es Grenzen. Die verbauten Teile sind keine Standardbausätze für bestimmte Marken oder Modelle. Grundsätzlich sind fast alle Old- und Youngtimer umrüstbar. Das Unternehmen empfiehlt Fahrzeuge, die aufgrund ihres Gewichtes und der einfacheren Konstruktion den Umbau leicht machen. Gern erzählt man sich in der Werkstatt die Story des Geländewagenbesitzers, dessen schwere Kiste nach dem Selbst-Umbau kaum von der Stelle kam...
Leistungsgewicht spielt die Hauptrolle
Aktuell baut Rainer Lorey gerade einen Golf II um. 20 Kilowatt Nennleistung, Reichweite zwischen 80 und 120 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h sind die technischen Eckdaten. Die Vorteile des Golf II als Basis liegen auf der Hand. Die Beschaffungspreise für gut erhaltene Fahrzeuge sind überschaubar, die Ersatzteilversorgung ist unproblematisch und die Konstruktion ist robust. Das fertige E-Mobil beschert dem Besitzer dann einen Haftpflichtsatz von € 95,-- im Jahr, überschaubare € 55,-- KFZ-Steuer und den Wegfall von lieb gewonnenen Verschleißteilen im Antriebsbereich, wie Keilriemen, Zündkerzen, Schmieröl und Auspuff.
Krabbler und Englische Raubkatze
Bei Rainer Lorey wird aber nicht nur gegolft. Für seinen eigenen Bedarf hat er einen Kangoo elektrifiziert, von seinem Hof rollten auch schon Twingo und Mini. Derzeit sind gerade u.a. ein Käfer und sogar ein Jaguar in Arbeit. Rainer Lorey ist sportlich - wenn er so sieht, was von einem Auto übrig bleibt, wenn der Kraftstoffantrieb erst einmal draußen ist, hätte er als "Industrie" auch kein gesteigertes Interesse an der Vermarktung von E-Fahrzeugen. Das erklärt vielleicht die gebremste Initiative der großen Hersteller bei diesem Thema - und die Umbaupreise! Die weit über € 30.000,-- für den Industrie-Umbau eines Fiat 500 bekommt er nicht hin. Bei seinem ersten Golf II Projekt ist der Kunde doch tatsächlich mit weniger als € 9.000,-- weggekommen...
Hintergründe und Infos:
www.elektroauto-umrüstung.de
Bilder: Lorey Maschinenbau GmbH
(Angaben ohne Gewähr)