Ein weiteres Ziel des Vereins ist die Anerkennung möglichst vieler Streuobstbestände in der Region nach den Regeln des ökologischen Landbaus, also der Bio-Zertifizierung. Ein drittes Ziel des Vereins ist auch die Anlage neuer Streuobstwiesen.
Auf großes Interesse an der Gründung eines Streuobstwiesen-Vereins in Lüneburg stieß ein Aufruf im Mai. Über 50 Interessierte meldeten sich daraufhin. Sehr schnell wurde deutlich, dass dabei vier sich ergänzende Interessenschwerpunkte zusammenkommen. So gibt es Landwirte und Privatpersonen, die Streuobstwiesen besitzen und diese sinnvoll nutzen wollen, am Naturschutz und der Stärkung der biologischen Vielfalt und dem Erhalt alter Obstsorten Interessierte, Streuobstwiesen-Besitzer, die alters- oder gesundheitsbedingt ihre Obstbestände nicht mehr pflegen können sie aber gern erhalten möchten, und in der Umweltbildung tätige Menschen, für die Streuobstwiesen ein ideales Lehr- und Lernfeld ist.
Stefan Voelkel von der Firma Voelkel Naturkostsäfte in Pevestorf im Wendland ist einer der Initiatoren des Lüneburger Streuobstwiesen-Vereins. „Wir sind eine seit 1936 in der Region verwurzelte mittelständische Firma, die Bio-Obstsäfte für den Naturkostmarkt herstellt. Uns liegt sehr am Erhalt von alten Obstsorten und Streuobstwiesen“. Die Firma Voelkel hat dem Lüneburger Streuobstwiesen-Verein zu seiner Gründung schon einmal 500 Obstbäume für zukünftige Anpflanzungen geschenkt und zudem eine Abnahmegarantie für Streuobst-Äpfel abgegeben.
Mitgründer und Unterstützer des Streuobstwiesen-Vereins sind auch das Heinrich-Böll-Haus Lüneburg, der Landesverband Niedersachsen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Bäuerliche Gesellschaft Norddeutschland (Demeter). Ulrich Hellfritz vom Heinrich-Böll-Haus Lüneburg und Vorsitzender des Streuobstwiesen-Vereins sieht folgende Schwerpunkte für diese Initiative: „Biologische und bäuerliche Landwirtschaft ist die traditionelle Form der Landwirtschaft und es ist nach unserer Auffassung die Landwirtschaft der Zukunft. Da befinden wir uns in bester Gesellschaft mit dem Weltagrarrat, der genau dieses in seinem neuesten Weltagrarbericht festgestellt hat: ökologische und bäuerliche Landwirtschaft sind der richtige Weg gegen Klimawandel, Hunger und Armut. Zudem haben die Vereinten Nationen das Jahr 2010 zum Jahr der biologischen Vielfalt erklärt. Das wollen wir mit unserem Verein praktisch umsetzen.“ Tilman Uhlenhaut vom Landesverband Niedersachsen des BUND und stellvertretender Vorsitzender des Streuobstwiesen-Vereins ergänzt: „Und Drittens verfolgen wir mit unserem Prinzip „Aus der Region – für die Region“ einen wichtigen Weg zur Stärkung der Wirtschaftkraft unserer Region“.
Für die Vermarktung des so gewonnenen Obstes ist die Gründung einer Genossenschaft geplant. Verein und Genossenschaft stehen allen Menschen offen, die an Streuobstwiesen, alten Obstsorten, bäuerlicher und ökologischer Landwirtschaft interessiert sind. Weitere Informationen gibt es im Heinrich-Böll-Haus Lüneburg unter der Telefonnummer 04131/41093 oder per E-Mail unter info(at)boell-haus-lueneburg.de.
(Angaben ohne Gewähr)