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Lüneburg / Nord-Ost-Niedersachsen

Jeden Tag sterben 4000 Kinder durch verschmutztes Wasser und unzureichende Hygienebedingungen

Rubrik: Titelseite, Natur & Umwelt

Weltwasserwoche 2010: Wasserqualität weltweit bedroht Frankfurt am Main - Zum Start der Weltwasserwoche 2010 warnt der WWF vor einer dramatischen Verschlechterung der Wasserqualität weltweit. Durch den zunehmenden Nutzungsdruck durch Bevölkerungswachstum, Verstädterung, Landwirtschaft und Industrie werden Gewässer weltweit immer mehr verunreinigt.

© Edward Parker / WWF



In den Entwicklungsländern, so schätzt der WWF, werden 70 Prozent der städtischen und industriellen Abwässer ungeklärt in die Gewässer eingeleitet. Jedes Jahr sterben 1,4 Millionen Kindern an den Folgen verschmutzten Wassers und schlechter Hygienebedingungen – das sind rund 4000 Kinder pro Tag! Ökosysteme werden weit jenseits ihrer Belastungsgrenzen verschmutzt und zerstört.

„Nicht allein der Mangel an Wasser ist das Problem, sondern auch die Verschmutzung der vorhandenen Ressourcen, die dadurch für den Menschen unbrauchbar gemacht werden“, so WWF-Wasserexperte Martin Geiger. „Mangel, Verschwendung, Verschmutzung und der Klimawandel wirken zusammen und werden, wenn sich nichts tut, zu einer globalen Wasserkrise mit verheerenden Folgen für Milliarden von Menschen führen. Um dieser Krise entgegenzutreten, muss dem Schutz des vorhandenen Wassers vor Verschmutzung ein viel größeres Gewicht eingeräumt werden“.

Neben der „direkten“ Verschmutzung durch Einleitungen aus Städten und Industrien verunreinigen auch die „indirekten“ Einträge gigantische Wassermassen. Große Mengen wasserbelastender Stoffe gelangen über die sogenannten diffusen Einträge in die Gewässersysteme: Düngemittel, Pestizide, Schwermetalle werden über Wind sowie Oberflächen- und Grundwasser in die Flüsse eingetragen. Diese Probleme können nicht durch den Bau von Kläranlagen gelöst werden, sondern nur durch verträgliche und nachhaltige Bewirtschaftung. „Zusätzlich werden die Selbstreinigungskräfte der Fließgewässer und Feuchtgebiete durch übermäßige Wasserentnahme und zunehmende Verbauung zerstört und es entsteht ein Teufelskreislauf“, so Martin Geiger.

Die Weltwasserwoche findet seit 1991 jedes Jahr statt und wird vom Stockholm International Water Institute (SIWI) organisiert. Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Nichtregierungsorganisationen treffen sich, um gemeinsam globale Lösungsansätze im Wassersektor zu erarbeiten.



Autor/Quelle: PI WWF 6.9.10

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