Dass mit der Deregulierung der Laufzeiten ein Kernproblem, das
Atommülldesaster, mit keinem Wort bedacht wird, zeige, wie wenig die
Probleme dieser Form der Energiegewinnung zu Ende gedacht und ernst
genommen würden. Statt der 12.000 Tonnen hochradioaktiver und
hochgiftiger Abfallstoffe kämen jährlich in etwa 370 Tonnen hinzu. Eine
Lösung für die Atommülllagerung gäbe es weltweit nicht. "Letztlich wird
seitens der Bundesregierung Druck gemacht, den Salzstock Gorleben trotz aller Bedenken als Endlager weiter auszubauen, alternativlos als
Einbahnstraße - die Verantwortungslosigkeit kommenden Generationen
gegenüber hat ein Gesicht, es sind Angela Merkel und ihre
Kabinettskollegen", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.
Die Gorleben-Gegner rufen angesichts dieser politischen Zuspitzung nun
auch zur Demonstration in Berlin am 18. September auf: "Wir müssen auf
diesen politischen Müll, der in Berlin verzapft wird, reagieren und werden auch in Berlin demonstrieren." Ursprünglich hatte die BI davor gewarnt, dass zu viele Aktionen den Widerstand auch Schwächen könnten und hatte ihren Fokus auf eine Abstimmung mit Händen und Füßen im Herbst im Wendland gerichtet. Die Hoffnung der Gorleben-Gegner:" Wenn im Herbst der nächste Castor-Transport nach Gorleben transportiert wird, gehen wir - hoffentlich mit all den Berliner Demonstranten - erneut im Wendland auf die Straße.
Wer gegen jeden energiepolitischen Sinn und Verstand allein die
Konzerninteressen bedient, stachelt die Entrüstung an."
Servicehinweis Samstag 18.9. 13 Uhr Anti-Atom-
Großdemonstration mit Umzingelung des Regierungsviertels in Berlin,
Hauptbahnhof. Es fährt ein Sonderzug ab Hamburg Hbf über Lüneburg,
Uelzen, Salzwedel nach Berlin Hbf., Salzwedel ca. 10 Uhr, Rückfahrt ca. 19 Uhr. Die Fahrtkosten hin und zurück betragen 35 Euro, der Sozialpreis liegt bei 25 Euro, Kinder zahlen nur 10 Euro.
(Angaben ohne Gewähr)