Es sind Darstellungen, die von Liebe und Zuwendung erzählen, aber auch von Konflikten und Verzweiflung. Im Drama des Lebens sah der Maler, Grafiker und Schriftsteller Oskar Kokoschka (1886-1980) den entscheidenden Gehalt seiner Kunst, insbesondere im Drama der Begegnung zwischen Mann und Frau.
Mit der Ausstellung „Oskar Kokoschka: Paare“ (13. Mai bis 14. August 2011) widmet sich die Kunststätte Bossard in Jesteburg-Lüllau nun dieser herausragenden Künstlerpersönlichkeit des Expressionismus:
Erstmals wird eine Auswahl von Kokoschkas Druckgrafiken an der
Kunststätte Bossard zu sehen sein. Die rund 70 Werke stellen die auf Kokoschkas eigene Erlebnisse gegründeten tragischen Verwicklungen von Mann und Frau in den Mittelpunkt.
Kokoschkas intensive Liebesbeziehung mit Alma Mahler, deren Auflösung im Jahr 1914 ihn fast in den Tod geführt hätte, prägte ein Leben lang seine Vorstellung von der Liebe.
Die Ausstellung umfasst jedoch auch Zeugnisse für tragische Beziehungen zwischen verfeindeten oder einander misstrauenden Männern. Der Künstler deutet die eigenen Erfahrungen vor allem in seinen illustrativen Blättern zu Werken der Weltliteratur.
Die Auswahl der Arbeiten reicht von den frühesten Dichtungen und Lithografien der Zeit um 1907/08 bis zu den letzten Zyklen, die er im Alter von mehr als 90 Jahren zeichnete.
Die Kunstwerke stammen aus dem Besitz von Heinz und Angelika Spielmann. Prof. Dr. Spielmann, ehemaliger Landesmuseumsdirektor in Schleswig-Holstein und Gründungsdirektor des Bucerius Kunst Forums in Hamburg, lernte Oskar Kokoschka 1965 kennen, als er für das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg eine Retrospektive über die Illustrationen, Plakate, Bühnenbilder und Tapisserien des Künstlers kuratierte. Prof. Spielmann konzipierte zahlreiche
Ausstellungen und schrieb mehrere Bücher über Kokoschka. Nach dem Tod des Künstlers publizierte er zusammen mit der Witwe Olda Kokoschka seine Briefe.
Leitung: Dr. Gudula Mayr
E-Mail: mayr@bossard.de
Öffentlichkeitsarbeit:
Bianca Augustin
presse@bossard.de
Kunststätte Bossard
Bossardweg 95
21266 Jesteburg
Telefon (04183) 51 12
Fax (04183) 77 62 66
Mit der Ausstellung an der Kunststätte Bossard – ein Gesamtkunstwerk, das der Bildhauer und Maler Johann Michael Bossard und seine Frau Jutta ab 1911 schufen – schließt sich nun ein Kreis: „Oskar Kokoschka war über Carl Otto Czeschka von den Wiener Werkstätten, der ja ab 1907 Bossards Künstlerkollege an der Kunstgewerbeschule in Hamburg war, gut mit der Idee
des Gesamtkunstwerks vertraut, schuf wie Johann Bossard auch zahlreiche Werke der angewandten Kunst, z.B. Buchillustrationen, Tapisserien, Fächer, Mosaiken“, erläutert Prof. Heinz Spielmann.
„Ich freue mich außerordentlich, dass wir diese hochkarätigen Kunstwerke zeigen können und danke auch den Förderern dieser Ausstellung: dem Lüneburgischen Landschaftsverband sowie der EWE-Stiftung“, sagt Dr. Gudula Mayr, Leiterin der Kunststätte Bossard. „Das Thema Paare
passt hervorragend zu den Bossards, denn die Kunststätte als Gesamtkunstwerk ist ja auch das Ergebnis einer Paarbeziehung – der kreativen Lebens- und Schaffensgemeinschaft des Künstlerehepaars Johann (1874–1950) und Jutta Bossard (1903–1996).“
Ergänzend zur Ausstellung, die einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr des 100jährigen Bestehens der Kunststätte Bossard ist, wird Prof. Dr. Heinz Spielmann auch persönlich Einblicke in Leben und Schaffen Kokoschkas geben: Im Rahmen eines Vortrags „Oskar Kokoschka: Die Fächer für Alma Mahler“ widmet sich Prof. Spielmann am Sonntag, 7. August, um 11 Uhr der Beziehung Kokoschkas zu Alma Mahler. Informationen und
Anmeldung unter Telefon (04183) 5112.
Die Ausstellung „Oskar Kokoschka: Paare“ ist vom 13. Mai bis 14. August 2011 an der Kunststätte Bossard, Bossardweg 95, 21266 Jesteburg zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags, 10-18 Uhr; Eintritt: 7 Euro, erm. 3,50 Euro. Besucher unter 18 Jahren haben freien Eintritt.
Informationen auch unter www.bossard.de.
Copyright-Hinweis „Fondation Oskar Kokoschka / VG Bild-Kunst, Bonn 2011“. Die Bilder tragen folgende Titel: Oskar Kokoschka – Das Mädchen Li und ich, aus: „Die träumenden Knaben“ 1906/08;

(Angaben ohne Gewähr)