1954 freundet sich der neunjährige Bernhard Kluge bei einem Verwandtenbesuch in der Ostzone mit dem zehnjährigen Horst Ristau an, dem er sogar in einer bedrohlichen Situation das Leben rettet. Dieses Ereignis bindet die Schicksale der beiden Jungen unmerklich aneinander …
1980 ist Bernhard Kluge Kriminalbeamter in Lüneburg. Er wird beauftragt, im Fall eines Stasi-Killers zu ermitteln, der einen Überläufer des MfS während einer nächtlichen Grenzüberschreitung an der Elbe liquidiert hat. Kluge kommt dem Killer mit dem Alias-Namen Horst Wiegand auf die Spur und gerät dabei selbst in die Fänge der Stasi, als er bei einem verdeckten Einsatz verraten wird. Im Untersuchungsgefängnis der Stasi in Berlin-Hohenschönhausen erfährt Kluge am eigenen Leib die Härte des Rechtssystems. Zudem enthüllt sich die Identität des Killers auf überraschende wie schmerzhafte Weise …
Was zunächst so anheimelnd beginnt und sich fast wie eine deutsche Familiensaga der fünfziger Jahre ausmacht, weitet sich in der Folge zu einem Schlagabtausch beider deutscher Staaten aus, in dessen Zentrum sich zwei Männer bekämpfen. So entfaltet sich nicht nur ein Kampf der Systeme, sondern auch der zweier Einzelschicksale. Bei allem zeichnet der Roman ein beklemmendes Bild deutsch-deutscher Befindlichkeit vom Beginn der fünfziger Jahre bis zur Wende nach, im privaten wie im politischen Bereich.
Schardt Verlag, Oldenburg 2009
Broschur 358 Seiten, 12,80 €
ISBN 978-3-89841-489-0
(Angaben ohne Gewähr)