Wer dieses allerdings erst einmal entdeckt hat, der riskiert ganz bestimmt auch einen dritten Blick auf die ungewöhnliche Fassade: Wie ein Schiffsbug, scharf geschnitten und in die Höhe weisend, ragt das Mittelteil des Gebäudes dem Betrachter entgegen. Dunkles Holz und streng symmetrich angeordnete Fenster lassen den Eindruck entstehen: Dies ist ein supermodernes Haus.
Ist es aber gar nicht. „Das Haus wurde 1978 von dem Wittinger Architekten Deck errichtet“, wissen Jochen und Elisabeth Steinhagen. Sie selbst sind seit 1987 in dem kleinen Ort Wieren im Landkreis Uelzen zuhause und haben sich ihr ganz persönliches Traumhaus eingerichtet. Langweilig wird es hier nicht so schnell. Das Erdgeschoss ist in zwei Ebenen angelegt, überall verstecken sich kleine Treppenaufgänge und unvermutete Perspektiven. Wer sich nicht auskennt, kann schon einmal die Übersicht verlieren. „Es ist ein bewegtes Haus“, sagen die Steinhagens – „und das regt an, selbst in Bewegung zu bleiben.“ Dieser Aufforderung bedarf es bei den Beiden allerdings nicht. Elisabeth Steinhagen ist mit der Herstellung von besonderem Schmuck und entsprechenden Kursen vielseitig eingebunden und Ehemann Jochen steckt seinen Ehrgeiz in die Gestaltung des Gartens. „Er baut halt gern Mauern“, lächelt seine Frau – und man merkt: Die beiden verstehen sich.
• Haus mit Perspektiven
Nicht nur die ungewöhnliche Ebenen- und Raumaufteilung beeindruckt, das Haus der Steinhagens besticht auch durch seine Offenheit und Helligkeit. Großflächige Verglasungen lassen das Draußen hinein und verwischen die Trennlinie zwischen Haus und Garten. „Der Architekt hat ganz bewusst nach der Sonne gebaut“, erzählt Elisabeth Steinhagen. „Morgens scheint sie ins
Schlafzimmer und im Laufe des Tages wandert sie einmal herum, wir haben immer Sonnenlicht im Haus.“ Dachüberstände sorgen dafür, dass die Sonne das Haus im Sommer nicht zu stark aufheizt, im Winter dagegen wird sie ganz bewusst hinein geleitet und hilft, die Heizkosten zu reduzieren.
Für die Reduzierung der Energiekosten haben Jochen und Elisabeth Steinhagen allerdings noch mehr getan. Gleich nach dem Einzug wurden isolierverglaste Fenster eingebaut und vor zwei Jahren kam eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung auf das Dach – ein Pufferspeicher mit Brennereinsatz und Kessel von Solvis. Jetzt wird nur noch im Bedarfsfall mit Öl zugeheizt. Und anstelle des offenen Kamins haben sich die Steinhagens kürzlich einen Kamin-Ofen angeschafft, der per Umluft auch das Obergeschoss mitheizt.
• Hundertwasser und Perlenrausch
Im Garten setzt Jochen Steinhagen auf den Stil von Friedensreich Hundertwasser. „Gerade Wege gibt es hier nicht“, lacht er. Erst kürzlich hat er einen Teich angelegt, dort soll ein Biotop entstehen. Gerne geht er ans Ufer der Aue, die das Grundstück auf der gegenüberliegenden Seite begrenzt und hier noch naturbelassen fließen darf. Fürs Mähen sind die Schafe da.
Ehefrau Elisabeth macht aus dem Wohnhaus derweil eine Schmuckgalerie. Perlen sind ihre große Leidenschaft – und sie hat im Laufe der Jahre eine umfangreiche Sammlung aus aller Welt zusammen getragen. Daraus fertigt sie die schönsten Schmuckstücke, Ketten vor allem. „Es gibt so schöne Dinge, die möchte ich mit anderen teilen“, sagt sie mit ansteckender Begeisterung. Ihre Schmuckgalerie ist regelmäßig für Besucher geöffnet. Wer möchte, kann auch seinen ganz eigenen Schmuck herstellen – im Rahmen eines Kurses. Immer mittwochs oder nach Absprache auch an anderen Tagen lädt Elisabeth Steinhagen zum gemeinsamen Schmuckabend ein. Fünf Euro beträgt der Beitrag zum Workshop – und dann kann es auch schon losgehen mit dem Perlenrausch. Schauen Sie doch einfach einmal herein:
Schmuck-Galerie Perlen-Rausch, Wiesengrund 15, 29568 Wieren. Tel. 0 58 25 / 13 09, www.perlen-rausch.de. ck

(Angaben ohne Gewähr)
Offene Gärten in der Region Uelzen
Jochen und Elisabeth Steinhagen
http://www.perlen-rausch.de/offene