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Lüneburg / Nord-Ost-Niedersachsen

Neue Ausstellungen im Wasserturm Lüneburg greifen die aktuellen Themen „Landraub“ und „EU-Agrar- und Milchpolitik“ auf

Rubrik: Titelseite, Familie & Soziales

Die Ausstellung "Landraub! - Profit. Macht .Hunger." ist ein Projekt des Verbandes Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. (VEN), das die Jagd auf Ackerland in Entwicklungsländern mit seinen Folgen für die Ernährungssicherung thematisiert.

Bild: Andreas W. König



Sie ist vom 18. Oktober bis zum 13. November 2011 täglich von 10 bis 18 Uhr im Wasserturm Lüneburg zu sehen.

Zum Auftakt lädt der VEN gemeinsam mit dem Heinrich-Böll-Haus
Lüneburg als örtlichem Kooperationspartner am 18. Oktober 2011 um 19.30 Uhr zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in den Wasserturm ein.
Landraub! – Profit. Macht. Hunger.
Als entwicklungspolitisches Landesnetz will der VEN mit seinem Ausstellungsprojekt "Landraub! - Profit. Macht. Hunger." auf die massiv ansteigenden großflächigen Landkäufe in Entwicklungsländern und die damit verbundenen Gefahren für die Ernährungssicherung hinweisen. Die Ausstellung im Wasserturm Lüneburg vermittelt vom 18. Oktober bis zum 13. November 2011 anschaulich anhand von Bild-, Text- und Filmmaterialien die
komplexen Zusammenhänge zum Thema Landraub.

 

Der vom VEN erstellte Landraub-Index zeigt, dass die Ressource Land in Zukunft noch größerem Druck ausgesetzt sein wird. Aber auch Lösungsmöglichkeiten und ganz konkrete Handlungsmöglichkeiten
werden aufgezeigt. Für Schulen bietet ein Begleitprogramm Aktivitäten an, die vom Heinrich-Böll Haus in Lüneburg koordiniert werden.
Das Ausstellungsprojekt "Landraub! - Profit. Macht. Hunger." ist als offizielles Projekt der UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2011/2012“ ausgezeichnet.

Bei der Erarbeitung der Ausstellung arbeitete der VEN mit Lüneburger Akteuren zusammen. Das Konzept erstellte KON-TIKI, das Büro für Bildungs- und Erlebnisplanung. Der Kurzfilm, der auch über die Internetseite des VEN zu sehen ist, stammt von Marketfilm aus Lüneburg.

 

Gefördert wird das Projekt von der Niedersächsischen Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit, dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED), dem Katholischer Fonds und aus Mitteln des BMZ. Das Begleitprogramm wird vom Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB) unterstützt.
Gemäß einer aktuellen Studie der Weltbank aus dem Jahr 2010 wurden allein 2009 weltweit 45 Millionen Hektar Ackerfläche verkauft oder langfristig verpachtet. Etwa 70 % davon entfallen auf afrikanische Länder. Die ausländischen Investitionen in Ackerland werden vorzugsweise in Ländern mit wackeligen Regierungen getätigt.

In vielen Fällen kommt es dabei zu gewaltsamen Verdrängungen von Kleinbauern. So beispielsweise auch in Kambodscha, wo eine thailändische Firma die heimischen Reisbauern von ihren Äckern vertrieben hat, um auf deren Feldern Zucker für den Export in die EU anzubauen.

 

Das auch Deutschland nicht unbeteiligt an diesen Landnahmen ist, zeigt die
Finanzinvestmentbranche, die zunehmend auch in Ackerböden investiert. Der größte deutsche Agrarfonds DWS der Deutschen Bank war an dem genannten Vorhaben in Kambodscha beteiligt. Dank einer konsequenten Öffentlichkeitsarbeit - insbesondere durch die Menschenrechtsorganisation FIAN - hat sich die Deutsche Bank inzwischen aus
diesem Vorhaben zurückgezogen.

 

Alle Informationen über das Thema und die Ausstellung „Landraub!“ sind im Internet unter
www.ven-nds.de/projekte/landraub.html zu finden.
Schulklassen und Gruppen können sich zu einer Ausstellungsführung im Heinrich-Böll-
Haus Lüneburg anmelden (Tel. 04131/41093 oder hellfritz@boell-haus-lueneburg.de).
Mensch – Macht - Milch
Parallel zu der Ausstellung „Landraub!“ zeigt das Heinrich-Böll-Haus Lüneburg

 

die Ausstellung „Mensch – Macht - Milch“ im Wasserturm Lüneburg.
Die Fotoausstellung zur EU-Agrarpolitik und zur bäuerlichen Landwirtschaft in Nord und Süd zeigt, wie die Bauern und Bäuerinnen in Deutschland, in Frankreich oder in Burkina Faso arbeiten und wie die EU-Agrarpolitik auf diese Menschen wirkt.
Der Hamburger Fotograf Fred Dott hat über einen Zeitraum von einem Jahr Menschen auf sieben Höfen in drei europäischen Ländern sowie dem westafrikanischen Burkina Faso porträtiert. Mit seiner Kamera hat er die Gesichter und Geschichten hinter der Milch festgehalten.
Ausführlich werden zudem am Beispiel Kamerun die Auswirkungen der EU-Milchpolitik auf die einheimischen Milchbauern aufgezeigt. Auf ergänzenden Tafeln wird der Frage nach Märkten und Macht kurz und anschaulich nachgegangen. Ein begleitender Flyer und ein
Ausstellungskatalog geben die Geschichten dieser Menschen und die politischen
Hintergründe vertiefend wieder.

 

Die Ausstellung wurde von Germanwatch und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) erstellt und zusammen mit den Partnern Brot für die Welt und Misereor sowie dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und dem European Milk Board (EMB) herausgegeben. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Weitere Informationen im Internet unter www.abl-ev.de/themen/mensch-macht-milch.html.

 

Kontakt:
Heinrich-Böll-Haus Lüneburg
Ulrich Hellfritz
Tel.: 04131-41093
hellfritz@boell-haus-lueneburg.de

 

Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. (VEN)
Katrin Beckedorf
Tel.: 0511-390 88 980
fair@ven-nds.de
www.ven-nds.de



Autor/Quelle: PM:Agenda 21 12.10.2011 -hj-

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