Das heute vorgestellte ,Handbuch Welternährung‘ zeigt, wie schlimm die Nahrungskrise mittlerweile ist. In Indien gab es Preissteigerungen für Lebensmittel von über 20 Prozent innerhalb des letzten Jahres, in Vietnam kostet der Reis heute doppelt so viel wie vor wenigen Monaten.
Schon 2008 kam es in vielen Ländern wegen der ständig steigenden Lebensmittelpreise zu Unruhen. Die heutigen Zustände nähern sich der damaligen Krise an, doch kaum einer interessiert sich für diese Probleme. Dabei liegen die Lösungen auf dem Tisch. Wir brauchen einen Kurswechsel in der Nahrungsmittelproduktion bei uns und weltweit, um den Hunger in der Welt zu besiegen.
Dass durch hohe EU-Subventionen billige europäische Lebensmittel die Märkte in Asien und Afrika überschwemmen und somit die Lebensgrundlage vieler Bauern in diesen Ländern zerstört wird, muss endlich ein Ende haben. Im Gegenzug muss die Landwirtschaft in Entwicklungsländern gefördert und gestärkt werden. Von den 0,7 Prozent des BIP für Entwicklungshilfe, wie sie die schwarz-gelbe Bundesregierung zur Erreichung der Milleniumsziele versprochen hat, sind wir noch meilenweit entfernt.
Auch der fortschreitende Klimawandel hat Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise. Seien es Überschwemmungen oder Dürre-Katastrophen, gerade die Entwicklungsländer leiden unter den Folgen der Klimaveränderung am meisten.
Es braucht endlich ernsthafte Maßnahmen gegen die Hungerkrise.
Deutschland und die Europäische Union stehen in der Verantwortung zu handeln, denn allein durch warme Worte wird niemand satt.“

(Angaben ohne Gewähr)