seit 2008 gibt es durch die so genannte Krippenoffensive des
Familienministeriums sogar einen Rechtsanspruch auf Tagesbetreuung
ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr. Arbeiten und Elternschaft sind
also doch problemlos vereinbar? Über potenzielle negative
Auswirkungen für die spätere Entwicklung referiert Dr. med. Rainer
Böhm, Leitender Arzt des Sozialpädiatrischen Zentrums Bielefeld, auf
Einladung des Medizinischen Versorgungszentrums Timmermann und
Partner (MVZ) in seinem Vortrag „Auswirkungen frühkindlicher
Gruppenbetreuung auf die Entwicklung und Gesundheit von Kindern“,
und zwar in den Räumen des MVZ am
Donnerstag, 24. November, um 18.00 Uhr,
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Außerdem wird Marianne Schüler, Erzieherin und Krippenberaterin mit
umfangreichem praktischem Erfahrungshintergrund, über die Situation
im Landkreis Lüneburg sprechen.
„Eine sehr frühe Krippenbetreuung sollte man durchaus kritisch sehen.
Die für ein Kind existentiell wichtige Bindung an die Haupt-
Fürsorgepersonen – meist Mutter und Vater – und damit das
Urvertrauen entwickeln sich in den ersten beiden Lebensjahren“, sagt
Jochen Timmermann, Facharzt für Psychosomatische Medizin und
Ärztlicher Leiter des MVZ. Neuere Studienergebnisse zeigten, dass die
frühe Trennung von diesen Bezugspersonen und die Betreuung in der
Gruppe unter anderem eine neuronale Stressreaktion in Gang setze,
die negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes habe und
für spätere psychische Erkrankungen wie Depressionen verantwortlich
sei.
Die Veranstaltung ist kostenfrei und richtet sich an Eltern und
Interessierte ebenso wie an Fachpublikum. Nach dem Vortrag besteht
die Möglichkeit zur Diskussion.
Weitere Informationen gibt es unter 04721-39 36 50.

(Angaben ohne Gewähr)