Alarmiert wurden Naturschutzverbände und die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) von aufmerksamen Anwohnern: Die Gorleben-Gegner vermuten, dass die Bahn AG erste Vorbereitungen für den nächsten Castor-Transport im November trifft. Zu einer Spontan-Demo trafen sich am Freitagabend zwischen 21 und 22 Uhr rund 50 Menschen am Bahnhof Leitstade. Die letzte Zugfahrt wurde nicht behindert, dennoch wurden die Demonstranten anschließend von der Bereitschaftspolizei eingekesselt, die Personalien der Protestierer wurden aufgenommen. Erst nach Mitternacht waren die letzten Demonstranten frei.
"Mit dieser Schneideaktion wird erheblich und ohne Not zur absoluten Unzeit in einen wertvollen Lebensraum eingegriffen", kritisiert die BI. Beispielsweise leben hier zahlreiche vor dem Aussterben bedrohte Arten wie der Neuntöter oder der Kleinen Sonnenröschen-Bläuling , die Schlingnatter, Zauneidechse oder auch der Nachtkerzenschwärmer. Diese Arten seien unmittelbar durch die Aktion betroffen. Unter Verweis auf die Brut- und Setzzeit argumentieren die Demonstranten: "Es gibt wohl keinen Zeitpunkt, der ungeeigneter für diese Maßnahme ist als des Nachts im Frühsommer!" Darüberhinaus riefen alle Vorbereitungen für den nächsten Atommülltransport ins Zwischenlager Gorleben die wachsamen Atomkraftgegner auf den Plan.
Zahlreiche Anzeigen von Anwohnern sind bei der Unteren
Naturschutzbehörde der Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg
eingegangen, u.a. hat der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz
(LBU) Anzeige erstattet. Die Deutsche Bahn AG beruft sich demnach auf
Ausnahmeregelungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) und auf
ihre Verkehrswege-Sicherungspflicht. Ein kleiner Erfolg für die empörten Naturschützer und Gorleben-Gegner: die Firma, die mit dem Bagger und Schneidegerät sowie zwei Schreddern die Rückschneideaktion durchführt, hat den Fortgang der Arbeiten vorerst vertagt.

(Angaben ohne Gewähr)