Der Countdown begann faktisch am 3.Mai, am 30. Jahrestag der Besetzung
der Bohrstelle 1004 in Gorleben - der legendären Republik Freies Wendland - hatte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) den Transport von 11 Behältern mit HAW - Glaskokillen aus der französischen Plutoniumschmiede Cap de La Hague zum sogenannten Transportbehälterlager Gorleben genehmigt.
Vergangene Woche, am späten Donnerstag, verfolgte ein Hubschrauber der
Bundespolizei im Tiefflug einen "verdächtig wirkenden Autofahrer" an der Seerauer Brücke bei Hitzacker. "Ein ganz normaler Einsatzflug im Rahmen der Vorbereitungen auf den bevorstehenden Castor-Transport", bestätigte Britta Heuberger, Pressesprecherin der Bundespolizei-Inspektion in Bremen gegenüber der Elbe-Jeetzel-Zeitung von heute.
Die Bahn AG hatte zuvor - Ende Juni - auf der Strecke Lüneburg-
Dannenberg mit einer radikalen Rückschnittmaßnahme begonnen. Alarmiert
wurden Naturschutzverbände und die Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg (BI) von Anwohnern. Einen Zusammenhang mit dem
Castor-Transport im Herbst hatte die Bahn jedoch bestritten.
Die Vorbereitungen auf das Demonstrations- und Aktionsgeschehen sind
ebenfalls angelaufen. Im November soll es in Dannenberg eine große
Kundgebung geben. "Wir rechnen mit mehr als 20.000 Teilnehmerinnen und
Teilnehmern", sagt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Das wäre die größte Anti-
Atom-Manifestation in der Geschichte des Gorleben-Widerstands. Das
bewährte Bündnis aus Umweltverbänden, Anti-Atom-Initiativen,
Gewerkschaften und Kirchenkreisen, das im vergangenen September den
Treck nach Berlin und die Großkundgebung organisierte, werde im Herbst
dafür sorgen, dass der Atomkraft die Rote Karte gezeigt wird.
Unterdessen ist klar, dass im neuen Bundeshaushalt die Ausgaben für den
weiteren Ausbau Gorlebens von jährlich 23 Mio. auf 47,1 Mio. Euro steigen.
"Umweltminister Norbert Röttgen kann gar nicht warten, wie die Gerichte auf eine Klage gegen den Weiterbau in Gorleben reagieren, mit der Demo und den Aktionen im Herbst wird Schwarz-Gelb eine Quittung bekommen dafür, dass sie Gorleben als Endlagerstandort zementieren wollen", kündigt die BI an.

(Angaben ohne Gewähr)