der Salzstock Gorleben wird nicht nur erkundet, dort wird auch ein Endlager errichtet. Röttgen hatte auf einer Pressekonferenz im Anschluss an das Bund-Länder-Treffen zu einem Neustart der Endlagersuche wörtlich
gesagt: "…und dann ist die Frage, wie ist das Verhältnis von Erkundung zur Weiterführung des Bauwerks, die Fortführung des Bauwerkes ist eben
relativ nah daran, dass dort ein Anschein entstehen könnte, dass über
Untersuchungen hinaus sozusagen schon ein Endlager vorbereitet wird, das ist ausdrücklich benannt worden, und wird auch nicht prinzipiell bestritten (...)".
Ein vergleichbares Eingeständnis findet sich nach Recherche der BI auch auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für den Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE), die mit den Arbeiten in Gorleben betraut wurde. Dort heißt es: "Insgesamt sind bisher etwa 7 km Strecken (ca. 234.000 m3 Hohlraum) aufgefahren sowie geologische und geotechnische Bohrungen mit einer Gesamtlänge von ca. 16.000 m hergestellt. Von den fünf ursprünglich geplanten Erkundungsbereichen im Nordost-Teil des Salzstockes ist bisher der Erkundungsbereich 1 (EB 1) sowie der schachtnahe Infrastrukturbereich (Werkstätten, Arbeits- und
Lagerräume) fertig gestellt."
http://www.dbe.de/de/die-standorte/gorleben/anlagen-ueber-untertage/index.php
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) wirft Röttgen vor, geltendes Recht zu umgehen. "Der Bau eines Atommüllendlagers setzt ein atomrechtliches Genehmigungsverfahren mit Anhörung der Öffentlichkeit voraus. Das hat nicht stattgefunden, stattdessen schafft der Bund, der laut Atomrecht für den Bau und Betrieb eines Endlagers zuständig ist, rechtswidrig Fakten", wirft BI-Sprecher Wolfgang Ehmke dem Bundesumweltminister vor. Bewusst werde hier eine Lücke im Atomgesetz genutzt, denn im Unterschied zum Bau und Betrieb kerntechnischer Anlagen gibt es keinen Strafkatalog für die illegale Errichtung eines Endlagers, offensichtlich auch nicht für dessen Betrieb, wie das Beispiel Asse II gezeigt habe.
Schritt für Schritt werde jetzt die jahrzehntelange Täuschung der Öffentlichkeit zugegeben wird. Schon im Jahr 2009 hatte der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, im Interview mit der Frankfurter Rundschau eingeräumt, dass die Kosten für die Erkundung anderer Standorte lediglich 400 bis 500 Mio. Euro kosten würden (FR 6.06.09). In Gorleben wurden aber schon 1,6 Mrd. Euro verbaut
Ehmke: " Die Bundesregierung agiert nach dem Prinzip legal, illegal, scheißegal. Ein überfälliger erster Schritt ist ein totaler Baustopp, ein zweiter wird sein, einzugestehen, dass der Salzstock Gorleben nicht für ein Endlager geeignet ist."

(Angaben ohne Gewähr)