Zudem brachte der Test einen sozialpolitischen Skandal ans Licht: Ausgerechnet Geringverdiener und durchschnittlich verdienende Familien mit Kindern, für die die staatliche geförderte Zusatzrente besonders wichtig ist, werden von der Allianz bei der Verteilung von Überschüssen benachteiligt.
Insgesamt hat das Frankfurter Verbrauchermagazin 144 Angebote von 30 Versicherungen für klassische und fondsgebundene Riester-Renten analysiert. Dabei zeigte sich nicht nur, dass die Renditen in vielen Fällen indiskutabel gering sind. Ein wichtiger Grund dafür sind die teilweise enormen Kosten, die von den Anbietern geschickt verschleiert werden. So weist keiner der getesteten Anbieter die gesamten Kosten in einer Summe aus. In vielen Fällen wird auch noch „vergessen“ im Produktinformationsblatt anzugeben, wie viel die Anbieter von den staatlichen Zulagen kassieren: Es sind bis zu 16,5 Prozent. Andere Versicherer weisen monatliche Kosten von vier oder fünf Euro aus, die sich über die Vertragslaufzeit auf mehr als 5.000 Euro addieren.
Mehr als die Hälfte der Angebote erfüllen grundlegende vorvertragliche Informationspflichten nicht. 19 der 30 untersuchten Versicherer weisen zum Beispiel das zu Rentenbeginn angesparte Garantiekapital im Angebot überhaupt nicht oder zu niedrig aus. Dadurch werden Verbraucher nicht nur in die Irre geführt, sondern zugleich ein Angebotsvergleich systematisch behindert. ÖKO-TEST rät Verbrauchern, nur Verträge abzuschließen, bei denen der Versicherer die gesamten Kosten und das bis Rentenbeginn angesparte Garantiekapital korrekt und komplett angibt. Daher ÖKO-TEST dafür ein Formblatt entwickelt, das unter www.oekotest.de abgerufen werden kann.
Das ÖKO-TEST-Magazin Juni 2011 gibt es seit dem 27. Mai 2011 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

(Angaben ohne Gewähr)