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Lüneburg / Nord-Ost-Niedersachsen

Bio oder konventionell? Neue Ausstellung zur Ernährung Das Agrarium am Kiekeberg

Rubrik: Titelseite, Familie & Soziales

Rosengarten-Ehestorf, 10.1.2012 – Woher kommt unser Essen und wie wird es produziert? Das Agrarium im Freilichtmuseum am Kiekeberg geht den Themen Ernährung und Herstellung von Nahrungsmitteln auf den Grund. Am 5. Mai 2012 öffnet die neue Ausstellungswelt für Besucher. Erstmals in Deutschland werden Lebensmittel und ihre Herstellung in Landwirtschaft und Industrie gemeinsam dargestellt, ihre Bezüge und gegenseitige Einflüsse aufgezeigt.

Bild FLMK



„Wir wollen einen realistischen Blick auf die heutige Produktion von Lebensmitteln werfen“, sagt Museumsdirektor Professor Dr. Rolf Wiese. „Daher zeigen wir ganz bewusst Landwirtschaft und Ernährungsindustrie, wie sie heute arbeiten“, so Rolf Wiese weiter. Auf 3.000 qm Ausstellungsfläche
werden unter anderem Themen wie die Entwicklung von Convenience-Produkten und ihre Auswirkungen auf das allgemeine Essverhalten, Überproduktion und Verschwendung, Konservierung, Pflanzenschutz und Düngung oder Zucker in Nahrungsmitteln beleuchtet.

 

Auch unbekanntere und überraschende Details aus der Lebensmittelindustrie erfährt der Besucher, wie das „Umfruchten“ von Obstsorten mit anderen Fruchtaromen, Vermehrungspraxis bei Nutztieren oder die Verteilung der
Ertragserlöse in der Lebensmittelkette.

 

„Außerdem stellen wir uns der Zukunft: Wo stehen wir in zehn
Jahren?“, so Rolf Wiese weiter.
Wichtig ist dem Freilichtmuseum am Kiekeberg dabei, eine neutrale Position einzunehmen: „Viele Menschen haben keine konkrete Vorstellung, wie ihre Lebensmittel heute hergestellt werden. In den Medien dominieren Bilder von kleinen Handwerksbetrieben, die Nahrung in Handarbeit herstellen.
Ihnen gegenüber stehen Skandale der Lebensmittelbranche, die nicht repräsentativ sind“, erklärt Rolf Wiese. In der Regel polarisieren kritische Themen, sie werden einseitig dargestellt und verunsichern die Verbraucher.

 

„Wir bieten als Bildungseinrichtung eine Plattform, auf der Besucher sich umfassend informieren können. Wir erklären Hintergründe und geben Informationen. Jeder kann auf dieser Basis dann für sich selbst beurteilen, welche Lebensmittel er kaufen möchte.“ Dazu kooperiert das Museum
mit vielen Betrieben in der Region – sowohl konventionell wie ökologisch arbeitenden, großen und kleinen Herstellern. Es finden z.B. zahlreiche Exkursionen zu Agrarbetrieben, Lebensmittelherstellern und auch Entsorgern statt, Sonderausstellungen verdeutlichen Produktionsabläufe, es gibt Vorträge
und Schulungen.

 

Erfahrungen hat das Freilichtmuseum mit konventioneller und ökologischer Lebensmittelherstellung:
Die museumseigene Bäckerei und Brennerei wirtschaften nach Bioland-Richtlinien, ebenso die Außenstelle Museumsbauernhof Wennerstorf. Die Bunten Bentheimer Schweine werden konventionell, allerdings wie bei traditionellen Kleinbauern um 1900, gehalten, ihr Fleisch kommt später in die Wurst.

 

Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg
Am Kiekeberg 1
21224 Rosengarten-Ehestorf
www.kiekeberg-museum.de
Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg.
Informationen für Presse, Funk und Fernsehen
Pressestelle: Marion Junker, Thomas Mura
presse@kiekeberg-museum.de
Tel. (0 40) 79 01 76-12/-32
Fax (0 40) 7 92 64 64

 

In vielen Kursen, Mitmachaktionen und Großveranstaltungen werden schon heute Wissen über gesunde Ernährung und traditionelle Verarbeitung von Lebensmitteln weitervermittelt. „Landwirtschaft und Ernährung sind unsere Kernthemen.

 

Dafür sind wir bekannt“, sagt Rolf Wiese. „Mit dem Agrarium
stellen wir uns den drängenden Fragen der Gegenwart. Wir schaffen eine Verbindung von unseren historischen Maschinen zu den modernen Techniken von heute.“

 

Finanzierung des Agrariums
Insgesamt sind rund 5,7 Millionen Euro für das Agrarium veranschlagt. Neben einer erheblichen Summe an EU-Strukturförderung (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, EFRE) beteiligt sich der Landkreis Harburg als Projektträger des ersten Bauabschnitts in großem finanziellen Umfang.
Weitere wichtige Projektpartner, die das Agrarium finanziell fördern, sind: der Förderfonds Hamburg/Niedersachsen der Metropolregion Hamburg, die Stiftung Niedersachsen, die Niedersächsische Sparkassenstiftung, der Lüneburgische Landschaftsverband, die Gemeinde Rosengarten, die Hans-Jürgen Weseloh-Stiftung, die Stiftung „Hof Schlüter“, das Landschaftliche Kollegium des Fürstentums Lüneburg, die EWE AG, die Stiftung der Sparkasse Harburg-Buxtehude, die Sparkasse Harburg-Buxtehude und der Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg.

 

Informationen zum Freilichtmuseum am Kiekeberg
Das Freilichtmuseum am Kiekeberg liegt im Süden Hamburgs in der Gemeinde Rosengarten. Über 30 historische Gebäude auf einem zwölf Hektar großen Freigelände erzählen von der Kultur und der Lebensweise in der Winsener Marsch und der nördlichen Lüneburger Heide der vergangenen 400
Jahre. Zu den historischen Gebäuden gehören Bauerngärten, alte Vieharten, der Anbau von historischen Feldfrüchten und Getreidesorten. Das Freilichtmuseum vermittelt Wissen zu den Themen Ernährung, Verarbeitung von Lebensmitteln und Handwerk an Kinder und Erwachsene.
Veranstaltungen wie Erntedankfest und Käsemarkt, Schlachtfest, Dampf- und Traktorentreffen und Imkertag halten alte Traditionen und bis heute wichtige Techniken lebendig.

 

Das Freilichtmuseum am Kiekeberg ist ein lebendiges und familienfreundliches Museum zum Anfassen. Aus diesem Grund haben Besucher unter 18 Jahren freien Eintritt.



Autor/Quelle: PM Kiekeberg 10.1.2012 -hj-

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