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Lüneburg / Nord-Ost-Niedersachsen

Großer Erfolg für die Bauernblockade : Bauern und Bäuerin ketten sich auf den Schienen fest:

Rubrik: Titelseite, Aktionen & Initiativen

(Hitzacker, 29.11., 00:00 Uhr) Nach mehr als 14 Stunden auf den Gleisen befreiten sich die vier angeketteten Mitglieder der Notgemeinschaft gegen 23:30 Uhr selbst.



Sie erklärten, die Verletzungsgefahr sei durch das unsachgemässe Vorgehen der Polizeizu groß geworden.

Deren Einsatztrupp hatte trotz wiederholter Warnungen

die Schottersteine unter der Pyramide zu entfernen versucht. Dabei

brachten sie das Innere der ausgeklügelten Konstruktion in eine

Schieflage, die sich stetig verschlimmerte. Die Techniker der Polizei

waren nicht mehr in der Lage, die Konstruktion, in der die Arme

der Angeschlossenen steckten, zu sichern. Daher lösten die Aktivisten

sich schließlich selbst aus dem Mechanismus. 

 

"Die Gesundheit der angeketteten Bauern und Bäuerin hatte bei dieser

Aktion oberste Priorität," sagte die Bäuerliche Notgemeinschaft

anschließend. "Und für den Widerstand gegen den Atommülltransport war

sie zu diesem Zeitpunkt bereits ein großer Erfolg." Indem sie sich auf

diese Weise mit ihren Körpern gegen den Castorzug stellten, hätten

die Protestierenden sehr gut deutlich machen können, was die

Atommüllabfuhr nach Gorleben für die dortige Bevölkerung bedeutet.

"Protest ohne Gewalt, aber mit viel Phantasie und Sachverstand!"

konstatiert die Bäuerliche Notgemeinschaft und bedankt sich

ausdrücklich bei den vier für ihren Mut. "Leider müssen wir angesichts

der skandalösen und rücksichtslosen Atommülltransporte zu solchen

drastischen Mitteln greifen, um uns Gehör zu verschaffen."

 

Während ihrer Blockade hatten die Bäuerin und die Bauern zwei

Forderungen an das Bundesumweltministerium gestellt:

1.            Sofortiger Baustopp im Gorlebener Salzstock,

2.            Sofortiger Stopp aller Castortransporte nach Gorleben, bis der

Umgang mit dem deutschen Atommüll in einem geregelten Verfahren geklärt

ist.

 

Den nach wie vor andauernden Bau eines Atommüllendlagers im Gorlebener

Salzstock betrachten die Bäuerinnen und Bauern aus dem Wendland als

Widerspruch zur Erklärung von Bundesumweltminister Röttgen, bei der

Suche nach einem nuklearen Endlager werde man mit einer weißen

Landkarte starten. "Röttgen und die Kretschmann-Kommission starten mit

Gorleben," stellt Carsten Niemann, Sprecher der Notgemeinschaft, fest.

"Damit hat diese Landkarte schon einen dicken dunklen Punkt, der

täglich grösser wird: Das Zwischenlager mit mittlerweile 111 Castoren,

eine Verpackungsanlage und ein Endlagerprojekt im Salzstock, das sich

stetig dem Rohbaustadium nähert!"  Er befürchtet angesichts

der milliardenteuren Investitionen in den Atomstandort Gorleben, dass

die angekündigte vergleichende Endlagersuche letztlich einem Ziel

dient: Den ungeeigneten Salzstock, der schon seit vielen Jahren ein

Sicherheitskriterium nach dem anderen verfehlt, doch noch für

endlagergeeignet zu erklären. Zu allem Überfluss seien altbekannte

Gorleben-Propagandisten wie Bruno Thomauske mit einer

"Sicherheitsanalyse" beauftragt worden. "Diese Leute erarbeiten eine

Blaupause für Endlagerkriterien, die Gorleben auf jeden Fall erfüllen

kann."

 

Für die Bäuerliche Notgemeinschaft ist der Baustopp in Gorleben die

unabdingbare Vorausetzung dafür, dass es überhaupt eine verantwortbare

Lösung des Endlagerproblems geben kann. "Ohne unsere Proteste, ohne den

Druck aus der Bevölkerung wird jedes Endlagersuchverfahren wieder in

die alte Gorleben-Sackgasse getrieben."



Autor/Quelle: PM Notgemeinschaft 28.11.2011 -hj-

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